Chronik ist noch Baustelle

Gründung der Feuerwehr

Allgemeines über die Entstehung der Feuerwehren

Der unentbehrlichste Helfer der Menschheit ist seit jeher das Feuer. Bevor der Mensch mit dem Feuer umzugehen verstand, war es für ihn die furchtbare Naturkraft, die vom Himmel prasselte, göttlich und geheimnisvoll im Wirken und Auftreten.

Als verzehrende Gottheit, die in Ihrem Zorn den kleinen Menschen und seine mühevolle Arbeit vernichtete, ward das Feuer gefürchtet, bis ihm die Natur einen mächtigen Gegner verriet im strömenden Gewitterregen, der den Brand des vom Blitz getroffenen Baumes wieder löschte.

Tausende von Jahren mag es gedauert haben, bis sich der damalige Mensch das Feuer zur dienenden Naturkraft machte. Trotzdem blieb er der gefährliche und heimtückische Feind des Menschen. Er zerstört heute noch sein Hab und Gut, seine Werke, Leib und Leben. Jahrtausende verflossen, in denen ein Schicksalsglaube die Strafen des Himmels tatenlos entgegennehmen ließ, bis man langsam durch Not und Elend nach Brandunglücken überlegte und Versuche machte, die Feuerschutzfrage zu lösen.

Der entscheidende Durchbruch vollzog sich erst im Jahre 1849, als die 1.freiwillige Feuerwehr in Bayern gegründet wurde. Ihr folgten in den nächsten 10 Jahren Neugründungen in 20 Städten. Ein zaghafter Anfang zwar, doch sollte von hier aus ein reger Anstoß zu weiterer gedeihlicher Entwicklung dieser segensreichen Einrichtung ausgehen. Nach und nach folgten dann Neugründungen auch in den kleinsten Ortschaften. Man hatte eingesehen, dass zur bestmöglichen Brandbekämpfung eine Feuerwehr im eigenen Dorf unabdingbar war.

Gründung der Feuerwehr in Hohenberg

Dem „Roten Hahn“ zu wehren, galt es auch in Hohenberg. Laut Magistratsbeschluss vom 5.Mai 1873 wurde für die Gründung einer freiwilligen Feuerwehr ein Geltbetrag von 400 Gulden gewährt.

Bereits am 13. Mai 1873 wurde die Freiwillige Feuerwehr Hohenberg unter dem königlichen Kommerzienrats Albert Hutschenreuther (Enkel des Carolus Magnus Hutschenreuther, Gründer der gleichnamigen, weltberühmten Porzellanfabrik) und dem damaligen Bürgermeister der Stadtgemeinde, Kommerzienrat Heinrich Wolf, gegründet. Was selbstverständlich nicht ausschließt, dass die Wehr in anderer Form schon lange vorher Bestand hatte.

Laut Protokoll wurde Albert Hutschenreuther zum Feuerwehrhauptmann ernannt, womit die Wehr eines ihrer wichtigsten Ämter in die Hände eines für das allgemeine Wohl besorgten Mannes legte. Nach elfjähriger Tätigkeit wurde er am 28. Januar 1885 von seinen Mitbürgern als erster Vorsitzender der Wehr gewählt, und am 4.Mai 1901 zum ersten Ehrenmitglied ernannt. Ein gewissenhaft geführtes Protokoll bekundet, dass Kommerzienrat Albert Hutschenreuther sich als eifriger Förderer der Feuerwehr betätigte und der Wehr in seinem letzten Willen den damals hohen Betrag von 100 Mark vermachte.

Interessnate Aufschlüsse über sie Aufgaben und Nöte der damaligen Feuerwehr gibt ein erhalten gebliebenes „Cassabuch“ von 1873 bis 1919. In den Aufzeichnungen finden wir am 12. Juni 1873 bereits eine Beitragsliste von 86 passiven Mitgliedern. Bis zur Anschaffung einer gemeindeeigenen Spritze wurde die schon vorhanden Spritze der Porzellanfabrik C. M. Hutschenreuther der Wehr zur Verfügung gestellt. Am 25. Juli 1873 konnten 25 ausgediente Lederhelme vom königlich bayerischen Pionierbataillon für einen Preis von 107 Gulden erworben werden. Außerdem schaffte man Tuch an, dass vom Schneidermeister M. Jena zu Joppen verarbeitet wurde. Die Kosten von 120 Gulden zahlte man in vier Raten zu je 30 Gulden in einem Jahr ab. Durch Spenden von Hohenberger Einwohnern sowie einer benachbarten Ortschaft, wurde es der Freiwilligen Feuerwehr möglich gemacht, die nötigen Requisiten zu kaufen. Für einen aus der Gemeindekasse geleisteten Zuschuss von 300 Gulden wurde ein Steigergerüst hergestellt.

Im Jahre 1876 errichtete man ein Wasserreservoir auf der Königsruh. Unkostenbeitrag: 618 Mark. Im März 1877 wurde eine vierrädriger Löschmaschine, ein zweirädriger Zubringer und eine Schlauchhaspel zum stattlichen Preis von 2137 Mark angeschafft. Zur Bestreitung musste ein Kapital von 2000 Mark aufgenommen werden, welches mit 4 % verzinst und vom Jahre 1878 bis 1927 in jährlichen Raten von 40 Mark getilgt wurde. Vom Bezirksamt Rehau erhielt die Freiwillige Feuerwehr einen Zuschuss von 35 Mark. Am 1. Mai 1877 finden wir erstmals eine Aufstellung der vorhandenen Feuerlöschgeräte:

  1. 1 vierrädrige Saug- und Druckspritze mit allem Zubehör

  2. 1 zweirädriger Zubringer

  3. 170 m Hanfschläuche

  4. 1 Feuerspritze alter Konstruktion

  5. 6 Feuerhaken

  6. 4 große Anlegeleitern

  7. 3 Dachleitern

Ferner hatte jeder Hausbesitzer einen Feuerlöscheimer. 1878 erfolgte die Erstellung des Ellbasins zum Preis von 204 Mark. Bei einer Inspektion des Königl. Bezirksamtes Rehau am 30. Oktober 1881, wurde der Wunsch nach einem neuen Feuerwehrhaus laut, welches baldmöglichst zu erstellen sei.

Aus Magistratsprotokollen ist zu entnehmen: Beschluss vom 29 März 1882 Bau eines Requisitenhauses auf dem Schulgarten. Kostenvoranschlag 997 Mark. Zur Begründung für die Bezuschussung wurde aufgeführt: Die Löschmaschine und die Requisiten mussten an drei verschiedenen Orten aufbewahrt werden, welches dem Umstand bei Ausbruch eines Brandes und dem Erscheinen der Feuerwehr am Brandplatz sehr hinderlich wurde. Da die infolge mangels rechtzeitiger Hilfe die Ausdehnung etwaigen Schadenfeuers sehr begünstigen würde. Die Bezuschussung wurde am 24. Januar 1883 von der Königlichen Regierung von Oberfranken abgelehnt, jedoch ist am 28. August 1883 ein Zuschuss vom Bezirksamt Rehau von 60 Mark für eine Spritzenremise gewährt und als Rücklage angelegt worden.

Am 10. Juni 1883 finden wir zum ersten mal eine Niederschrift über den aktiven Mitgliederstand der Wehr:

Chargen 4 Mann

Hornisten 4 Mann

Steiger 21 Mann

Spritzenmänner 64 Mann

Zubringermannschaften 32 Mann

 

Die der freiwilligen Feuerwehr unterstellten Pflichtfeuerwehrmänner betrugen 26 Mann. In den Jahren 1884 bis 1893 sind Anschaffungen von Schlauchmaterial und kleinere Requisiten verzeichnet. 1894 findet man anhand einer Protokoll-Niederschrift die Erstellung eines Feuerwehrgerätehauses zum Preis von 2244,50 Mark. Vermutlich wurde das 1882 geplante Requisitenhaus nicht gebaut. An einem Sonntag im August 1894 fand in Hohenberg ein Gautag der Feuerwehren statt (nach Sechsämterland, S. 1348).

Festschrift zum 130-jährigen Bestandsjubiläum